Wasser
Wasserchemie
Die Wasserchemie wird durch verschiedene Indikatoren beeinflusst. Wir wollen ihnen in den folgenden Texten die gängigsten Indikatoren vorstellen.
PH
PH( lat.: potentia Hydrogenii):
PH Zusammensetzung
Der PH Wert gibt das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Wasser an. Bei einem PH-Wert von 7 ist das Verhältnis zwischen Säuren und Basen genau gleich. Bei einem PH Wert von unter 7 spricht man von „saurem Wasser“, in diesem Fall überwiegt der Anteil der Säuren im Wasser. Bei einem PH-Wert von über 7 spricht man von „alkalischem Wasser“, in diesem Fall überwiegen dann die Anteile der Basen im Wasser. Der PH-Wert ist auch wichtig bei der Löslichkeit bestimmter Stoffe so löst sich beispielsweise Eisen leichter in einem Sauren Wasser. Ammoniak hingegen kann nur in alkalischem Wasser vorkommen.
Gesamthärte
GH (Gesamthärte):
GH
Die Gesamthärte beziffert die Summe aller im Wasser gelösten Erdalkali-Ionen. Sie wird vor allem durch Calcium-Ionen und Magnesium-Ionen beeinflusst. Somit gibt die Gesamthärte einen relativ guten Eindruck über den Salzgehalt des Wassers. Die Gesamthärte ist je nach Herkunft des Wassers unterschiedlich hoch. So sind zum Beispiel die meisten Gewässer in den Tropenwäldern sehr weich, sie haben lediglich eine Gesamthärte von 1-2°d GH. In Kalk oder Dolomitregionen hingegen ist das Wasser sehr hart, dort findet man eine Gesamthärte von über 20°d. Welche Gesamthärte das Wasser hat, welches bei ihnen aus dem Wasserhahn kommt, können sie in den meisten Fällen bei den Stadtwerken bei ihnen vor Ort erfragen. Die Gestaltung des Aquariums mit Gestein kann bei ungünstigen Verhältnissen ebenfalls zur Erhöhung der Gesamthärte führen - da hilft nur rausnehmen.
Die Gesamthärte wird in der Aquaristik allerdings oft überschätzt. Ein Erfolg hängt meist von ganz andere Faktoren ab, wie zum Beispiel Sauerstoffgehalt, Eisengehalt oder Kohelndioxidgehalt. Das Umsetzen von Fischen aus einem sehr weichen Wasser in sehr hartes Wasser kann allerdings sehr wohl zu Schäden führen. Denn durch den unterschiedlichen Salzgehalt können durch den Osmotischen Druck Schäden auftreten.
Karbonathärte
KH (Karbonathärte):
KH
Die Karbonathärte ist ein Maß für die an Hydrogencarbonat (HCO3) gebundenen Calcium- oder Magnesiumionen. Sie ist im Normalfall deutlich niedriger als die Gesamthärte, da jedem Hydrogencarbonat ein Calcium- oder Magnesiumion zugeordnet werden muss. In manchen Gewässern kann es vorkommen, dass die KH höher als die GH ist. Wie kann so etwas passieren? Es gibt KH-plus Präparate, die keine richtige Karbonathärte enthalten, sondern Natriumhydrogencarbonat oder Kaliumhydrogencarbonat. Das ist etwas völlig anderes, als Kalzium- oder Magnesiumhydrogencarbonat, die „echte“ Karbonathärte. Fragen Sie im Zweifelsfall direkt bei den Herstellern nach. Es gibt aber auch natürlich vorkommende Gewässer, bei denen die KH höher als die GH ist. Bei diesem Wasser liegt zuwenig Magnesium oder Calcium vor, so dass sich die Hydrogencarbonate mit anderen zusammen tun. Der KH-Tropfentest misst aber nur die Hydrogencarbonate und nicht die für die Funktion wichtigen Partner, so dass dieses Messergebnis zustande kommen kann. Karbonathärtebildner reagieren alkalisch, Wasser mit hoher Karbonathärte besitzt also einen hohen (basischen) pH-Wert. Die KH hat eine sehr wichtige Pufferaufgabe in unserem Aquarium. Sie kann den ungebremsten Anstieg oder Absturz des pH-Wertes verhindern. Wie funktioniert das? Beobachtet man bei seinen regelmäßigen Wassertests eine Abnahme der Karbonathärte, so ist Vorsicht geboten! Wenn alle Karbonathärte aufgebraucht ist, wird der pH-Wert durch den Ausfall des Puffersystems extrem instabil und kann in kurzer Zeit ungebremst auf weit über 8 oder unter 4 pendeln - je nach Vorhandensein von Säuren oder Basen im Wasser. Zersetzen sich dann Futterreste oder ein toter Fisch, kann es schnell zu einem gefährlichen PH-Abfall kommen. Man kann bei dem Vorgang der biogenen Entkalkung einen Kalküberzug an den Pflanzenblättern finden, dem Ort, an dem Wasser die Karbonathärte entzogen wird.
Nitrit
NO2 (Nitrit):
NO2
Nitrit ist weniger giftig als Ammoniak, jedoch reichen 1-5 mg/l, um ein Fischsterben einsetzen zu lassen. Schnappen die Fische mit schwerer Atmung nach Luft, sind lustlos und schießen manchmal ohne Grund und Motivation durch das Becken, liegt mit großer Wahrscheinlichkeit eine Nitritvergiftung vor und man sollte den Nitrit-Wert testen. Besonders bei Neueinrichtung eines Aquariums oder nach Medikamentenzugabe ist es sinnvoll den Nitrit-Wert zu kontrollieren. Abhilfe bei einem hohen Nitrit- Wert schafft ein sofortiger Teilwasserwechsel.
Nitrat
NO3 (Nitrat):
NO3
Im nächsten Schritt der Nitrifikation arbeiten Nitrobacter-Bakterien Nitrit in Nitrat (NO3-) um. Bei diesem Schritt wird ebenfalls Sauerstoff verbraucht. Nitrat ist weniger giftig als Nitrit, jedoch sollte der Nitrat-Wert nicht über 50 mg/l steigen. Bei höheren Werten sinkt das allgemeine Wohlbefinden der Fische und Algenwachstum wird begünstigt. Nitrat ist das Endprodukt der Nitrifikation und wird durch gut wachsende Wasserpflanzen, Wasserwechsel oder anaerobe Prozesse z. B. im Bodengrund biologisch sinnvoll entfernt.
Amoniak
NH3/NH4 (Amoniak/Amonium):
Ammonium
Das erste Abfallprodukt ist Ammoniak (NH3), welches über die Ausscheidungsorgane der Fische ausgeschieden wird und im Wasser sofort zu einem Ammonium (NH4+) reagiert. Ammonium ist für die Fische ungiftig und ein wichtiger Pflanzennährstoff, zerfällt jedoch bei hohen Temperaturen und alkalischem pH-Wert schnell wieder in freies Ammoniak und Wasser. Dann haben wir ein großes Problem, denn NH3 ist die giftigste der hier vorgestellten Stickstoffverbindungen. Bereits 0,1-0,5 mg/l freies Ammoniak können tödlich sein. Bei einem plötzlichen PH-Anstieg kann diese bedrohliche Situation eintreten. Durch Nitrifikation wird Ammonium durch Nitrosomonas Bakterien in Nitrit verwandelt. Bei diesem Prozess wird Sauerstoff verbraucht. Dieses erklärt somit auch das Luftschnappen der Fische bei einer zu hohen Nitritbelastung.




